Alter Hase in neuem Stall

01.08.2001

Alter Hase in neuem Stall

e-commerce August 2001

ASP, so heißt das neue Modewort - doch so neu ist das alles anscheinend gar nicht. Progress macht bereits seit fünf Jahren erfolgreich Geschäfte rund um ASP-Software.



Die Progress Company, Bedford, Massachussetts, ist manchen Entwicklern nur durch ihre inzwischen als OpenSource freigegebene Entwicklungsumgebung der vierten Programmiersprachen-Generation (4GL) und ihre relationale Datenbank bekannt. Dabei bietet das Unternehmen bereits seit fünf Jahren eine Web-Schnittstelle für alle mit der 4GL-Anwendung, seit kurzem ein GUI für Webanwendungen, einen Applikationsserver und den marktführenden E-Business-Messaging-Server SonicMQ an. Hiermit entwickeln weltweit 2000 Softwarehäuser Web- und ASP-fähige Business-Applikationen. Anders als die Middleware-Übergangslösungen von Microsoft, Citrix, Tarantella und HOB bietet Progress Software Technologien für reine Webanwendungen.
Progress Company, ein Unternehmen der Progress Software Corporation, offeriert weltweit Softwaretechnologien und Services für die Entwicklung, Implementierung, Integration und das Management von Mandanten- und ASP-fähigen E-Business-Anwendungen. Gut 2000 unabhängige Software-Entwickler (ISVs) und Anwendungsdienstleister (ASPs) erzielen bei ihren Kunden jährlich mit Progress-basierenden Anwendungen und Dienstleistungen Umsätze von über 5 Milliarden US-Dollar. Über 40000 Unternehmen in mehr als 100 Ländern, davon 60 Prozent der Fortune-100-Unternehmen, setzen Progress-basierende Applikationen ein.
Die Firma bietet für das ASP-Umfeld unter anderem Werkzeuge zum Entwickeln von Anwendungen einschließlich Web-Frontends, Administrations-, Name-, Applikations- und Transaktionsserver, einen marktführenden E-Business-Messaging-Server und die eingebettete (Embedded-) Datenbank.
ASPs und Unternehmen, die ihren Mitarbeitern, Kunden, Lieferanten und sonstigen Partnern über beliebige Verbindungen Webschnittstellen für die (Zusammen-)Arbeit bieten, nutzen schon seit fünf Jahren Anwendungen auf der Basis von WebSpeed. Mit dieser Technologie lassen sich transaktionsorientierte 4GL-Anwendungen für die Internetplattform umsetzen.
Softwarehersteller müssen dazu per WebSpeed AppBuilder über eine Webschnittstelle auf einem WebSpeed-Development-Server sicherstellen, dass ihre 4GL-Anwendungen die Benutzerschnittstellen (UI User Interface) und die Programmlogik klar trennen.
Um Benutzern eine so mit WebSpeed angepasste 4GL-Anwendung zur Verfügung zu stellen, benötigen ASPs einen Progress-Application-Server mit Transaction Broker sowie Transaction Agents und einen WebServer mit Name-Server und Messenger.
Will man nicht nur über eine Browser-Schnittstelle auf Anwendungen zugreifen, sondern über das Intranet/Internet/Extranet oder LAN eine richtige Windows-GUI nutzen, lassen sich Anwendungen mit einem Progress-WebClient einsetzen. Auch hierfür müssen die Entwickler die Windows-Benutzerschnittstelle und die Programmlogik klar trennen. Ihren Kunden liefern Application-Service-Provider dann einen etwa 5 MByte großen anwendungspezifischen WebClient, während sie die Komponenten für den Applikationsserver im eigenen Rechenzentrum verwenden. Man kann die Anwendungs-WebClients von einer CD installieren oder per Browser von einem Webserver laden. Danach steht auf den Windows-Client-PCs das Frontend einer Anwendung mit vollständiger Windows-Oberfläche zur Verfügung, mit der 4GL-Anwendungen über beliebige Netzverbindungen nutzbar sind. Die neue IntelliStream-Technologie von Progress erlaubt Softwareherstellern zudem, die spezifischen WebClients so in Module aufzubrechen, dass jeweils nur die gerade benötigten Komponenten übers Netz geladen werden. So spart man Ladezeit, muss aber eventuell während der Arbeit auf das Nachladen von Komponenten von Application-Delivery-Servern warten.

Statt mit Clients, die auf den Progress-Technologien WebSpeed und WebClient aufbauen, können User auch mit Frontends, die Java oder ActiveX entwickelt wurden, per WebServer und AppServer-Internet-Adapter per Internet-Verbindungen auf serverbasierte 4GL-Anwendungen zugreifen. Alle Wege, diese übers Netz zu nutzen, haben ihre besonderen Vorzüge und auch Nachteile. Die folgende Tabelle vergleicht sie untereinander und mit Lösungen, die Microsoft/Citrix-Terminaldienste zum Verteilen der Anwendungen über das Netz einsetzten.
Während Microsoft/Citrix-Terminaldienste trotz hoher Kosten für Übergangslösungen mit vorhandenen, noch nicht sauber in Benutzerschnittstelle und Businesslogistik getrennten Anwendungen in Frage kommen, sind Lösungen mit WebSpeed besonders für gelegentliche User im B2C-Umfeld geeignet, die keine volle Windows-Benutzerschnittstelle, sondern nur typische Browser-Schnittstellen erwarten. WebClients und mit ViusalBasic / ActivX oder Java erstellte Frontends, bei denen zunächst mehrere MByte große Client-Dateien zu den Windows-Rechnern transportiert werden müssen, sind eher für Leute geeignet, die die Frontends häufiger brauchen und volle Windows-Benutzerschnittstellen erwarten.
SonicMQ von Sonic Software, einem weiteren Unternehmen der Progress Software Corporation, gilt als der schnellste und zuverlässigste Internet-Messaging-Server. Er soll die Entwicklung und Integration verteilter Unternehmens- und B2B-Anwendungen erleichtern. Dazu unterstützt er Internetstandards wie den Java Message Service (JMS) und XML.
Java-Message-Server können nach den Verfahren


Veröffentlichen und Abonnieren (Publish and Subscribe) im 1:n-Modell viele Abonnenten mit Nachrichten versorgen oder

Punkt zu Punkt (Point to Point) im 1:1-Modell Nachrichten zwischen einzelnen Partnern austauschen.

Sonic MQ unterstützt darüber hinaus das Verfahren

Anforderung/Antwort (Request/Reply).

Zwischen den Partnern vermittelt dabei ein Message-Broker. Mit SonicMQ können Business-Partner unter anderem E-Business-Transaktionen mit klaren Empfangsbestätigungen abwickeln.
Progress hilft seinen Partnern nicht nur mit Produkten, sondern berät sie auch. Das ASPEN-Programm (Application-Provider-Enablement-Programm) des Unternehmens umfasst Technologien, Dienstleistungen und Kooperationen, die unabhängigen Software-Anbietern (Independent Software Vendors, ISVs) dabei helfen, Applikationen auf Progress-Basis schnell und einfach in web- und mandantenfähige Applikationen umzusetzen, die ASPs dann vielen Kunden gleichzeitig anzubieten in der Lage sind. ASPs offerieren auch KMUs erstklassige Applikationen gegen periodische Zahlungen, die sich an der Anzahl der Arbeitsplätze, Transaktionen usw. orientieren. Dazu hat das Unternehmen Strategien und Technologien entwickelt, damit ISVs die ASP-Marktchance früh zu ergreifen vermögen. Potenziell können Kunden über 5000 Geschäftsapplikationen der mehr als 2000 ISVs auf Basis einmaliger wie auch wiederkehrender Zahlungen zusammen mit weiteren Dienstleistungen erwerben. Als aktives Gründungsmitglied der deutschen und amerikanischen ASP-Vereine ASP-Konsortium und ASPIC bietet Progress seinen ISVs eine einfache Integration bei sämtlichen Stufen der Applikationsentwicklung, bei Implementierung, Wartung und Betreuung ebenso wie bei Internetsicherheit und "Firewall"-Lösungen, Business-to-Business-Kommunikationsprotokollen und der Anpassung vorhandener Applikationen zwecks Einsatz im Internet.
Weltweit offerieren derzeit 94 ASPs bereits 136 auf Progress basierende Webanwendungen für fast 200.000 Arbeitsplätze. Der Schwerpunkt liegt noch in Nordamerika und im asiatisch-pazifischen Raum.
(von Bernd Kretschmer)